Andrea Wittmann
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Grenzenlos Literatur mit Roland Hefter

July 8 @ 8:00 am - 5:00 pm

Chiemgauer Literaturfest „Leseglück – Grenzenlos Literatur“
Bunter „Abend der Sinne“ mit den Musikern Andrea Wittmann und Roland Hefter – Musik, Gesang, Lyrik von Johann Wolfgang von Goethe, Kuhglocken und feine Kulinarik

Seeon-Seebruck. Mit einem unterhaltsamen „Abend der Sinne“ begeisterten die hiesige Musikerin Andrea Wittmann und der Münchner Kabarettist, Liedermacher und Sänger Roland Hefter beim „Abend der Sinne“ in der Brauerei Camba Bavaria in Seeon. Da die Veranstaltung im Rahmen des Chiemgauer Literaturfests „Leseglück – grenzenlos Literatur“ über die Bühne ging, genossen die Besucher eine bunte Mischung aus Musik und Lyrik, die viele weitere Überraschungen parat hielt. Auch für die Kulinarik war gesorgt. Fürs leibliche Wohl gab es nämlich eine Bierverkostung für alle Sinne und dazu Gebäck aus der hauseigenen Bio-Bäckerei.
Wenn einer glaubwürdig vom Leben erzählen und singen kann, dann ist es der authentisch-sympathische und lebensbejahende Bayer und Ur-Münchner Roland Hefter, der als Mittfünfziger auf und abseits der Bühne schon einiges gesehen und erlebt hat und den so ziemlich nichts mehr aus der Fassung bringen kann. In seinen Liedern nimmt er kein Blatt vor dem Mund und scheut sich auch nicht davor, seine Mitmenschen und sich selbst aufs Korn zu nehmen. Er ist echt wie ein ungefiltertes dunkles Starkbier, bei dem niemand auf die Idee käme, Limo hinzuzuschütten. Selbiges galt indes auch für die Gerstensaft-Kostproben, die man sich vor Ort unter fachkundiger Anleitung von Biersommelière Wittmann schmecken ließ. Als Künstlerin ist sie das weibliche Pendant zu Hefter. Beide aufgewachsen als hätten sie nie was anderes gemacht: „Musik und freches Mundwerk. Ein Balanceakt zwischen Witz, Selbstironie und einem ernsten Kern, der in vielen Gedichten und Zitaten steckt“, hieß es in der Einladung und dieser Spagat sollte vollends gelingen. Jodelweltmeisterin Wittmann begleitete Hefter nicht nur mit ihrem Akkordeon und ihrer Stimme, sondern zitierte auch immer wieder den deutschen Vorzeige-Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe, der sich wie Hefter (er sitzt seit 2020 für die SPD im Münchner Stadtrat) und Wittmann (sie tritt heuer für die Freien Wähler als Bundestags-Direktkandidatin an) auch für die Politik interessierte.
Dass Weinliebhaber Goethe durchaus auch Geschmacksknospen für den Gerstensaft entwickelte, sieht man an folgenden Versen, die er laut Wittmann in munterer Studentenlaune verfasst habe: „Bestaubt sind unsere Bücher, der Bierkrug macht uns klüger, das Bier schafft uns Genuss, die Bücher nur Verdruss.“ Der deutsche Dichterfürst Goethe sei wahrlich kein Kostverächter gewesen, meinte die Truchtlachingerin und lieferte sogleich einen weiteren Beweis aus dessen Feder: „Ein starkes Bier, ein beizender Tobak und eine Magd in Putz, das ist mein Geschmack“. Viel Applaus erntete Wittmann auch für ihr Kuhglockenspiel, mit dem sie schon in Japan, China, Brasilien und den USA für Furore gesorgt hatte. Am liebsten ist die studierte Kirchenmusikerin aber nach eigener Aussage in den heimischen Bergen unterwegs.
Auch Wittmanns kongenialer Kollege Hefter kann seine Heimatliebe nie verbergen. So heißt es seinem zünftigen Lied „A Weißbier in da Sun“: „Doch mit tausend andre Deppen den Himalaya zertreten, ned mit mir da hab i echt koan Spaß, oder aufm Traumschiff buchn um das Paradies zu suchn, i hätt gornix zum o ziehn für den Kas“. Keine Frage, daheim ist es doch am schönsten. „Dahoam is ma da, wo ma nachts im Dunkeln zum Bieseln geh ko. I fahr imma hoam nach am Konzert“, witzelte Hefter und sorgte noch mit vielen weiteren Lebensweisheiten und Witzen für beste Stimmung und Unterhaltung. Den Rest steuerte er singend mit Liedern wie „Ma muass ned alles wissen“ („Mein Tipp zum glücklich sein“) und „I dad’s macha“ („Mein Motivationslied“) bei. Die Corona-Zeit sei gerade für die Künstler, die monatelang nicht auftreten hätten können, sehr schwierig gewesen, meinte Hefter bei der Ankündigung seines Liedes „Schlimmer geht’s immer“, doch es sei „immer wichtig, positiv in die Zukunft zu schauen“. Recht hat er. An diesem kurzweiligen Abend mit einer bunten Mischung aus Musik, Gesang, Lesung und Kulinarik war wirklich für jeden Sinn und Geschmack etwas dabei. mmü

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Date:
July 8
Time:
8:00 am - 5:00 pm